Vereins-Chronik

Fußball seit 1908

Der Verein Blau-Weiß Westfalia Langenbochum geht aus der Fusion der SG 1928 Herten-Langenbochum und der FC Westfalia Scherlebeck 08/88 im Jahr 2011 hervor.

Die FC Westfalia Scherlebeck 08/88 wurde erstmals im Juli 1908 als BV Westfalia 08 Scherlebeck gegründet. Nach dem Zusammenschluss im Jahr 1998 mit dem Verein FC Herten 88 führt der Verein den Namen FC Westfalia Scherlebeck 08/88.

Die SG 1928 Herten-Langenbochum wurde am 14. Juni 1928 als DJK Baldur Langenbochum gegründet. 1933 wechselte der Verein Verband und Namen und wurde zu Blau-Weiß 1928 Langenbochum. 1971 erfolgte der Zusammenschluss mit Concordia Langenbochum zur SG 1928 Herten-Langenbochum.

Geschichte Westfalia Scherlebeck

Als zu Beginn des 20. Jahrhundert die Schächte getauft wurden entstanden auch die Fußballvereine. So fanden sich in Scherlebeck im Jahre 1908 sportbegeisterte Menschen zusammen, die den Fußballverein Westfalia 08 gründeten. Die Initiatoren waren zum größten Teil Seminaristen und Oberrealschüler. Damals spielte der Verein noch „wild“, d.h. der Verein gehörte keinem Verband und keiner sonstigen Sportorganisation an. Als Sportplatz diente das vor der Kochschule gelegene Gelände in einem herrlichen Buchenbusch.

Fußballspielen war damals verpönt. An der Oberrealschule in Recklinghausen war das Fußballspielen sogar verboten. Unser Dank gilt jenen Idealisten und Gründern! Es folgte der 1. Weltkrieg, in dessen Verlauf bis zum Jahre 1916 der Spielbetrieb eingestellt wurde. Im Jahre 1919 war es dann wieder soweit. Ein aufopferungsvoller Vorstand fand sich und sorgte für die Geschäftsabwicklung. Jahre hindurch wirkte Eduard Wilimzig als 1. Vorsitzender, eifrig unterstützt durch den 2. Vorsitzenden Romanus Köhn. Nicht zu vergessen ist der Geschäftsführer Steiger Wilhelm Hansberg und viel Kleinarbeit leistete der Kassierer Josef Urbaniak.

Die Aufnahme in den Emscher-Lippe-Verband wurde vorgenommen. Eine starke Mannschaft wurde Meister der C-Klasse und zwei Aufstiegsspiele führten gleich in die A-Klasse. Auch hier wurde durch imponierende Siege die Meisterschaft errungen und die Mannschaft hatte die höchste Klasse, die Gauliga, erreicht. Gespielt wurde an der Villa Brinkmann in Langenbochum.

Die Begeisterung der Anhänger kannte keine Grenzen. So zog es sie Sonntags in Scharen zum Sportplatz.

Es kamen Vereine wie Münster 08, Borussia Rheine, Osnabrück und Arminia Bielefeld zu uns. Die „Schwarzen Husaren“, wie unsere Mannschaft jetzt genannt wurde war über die Landesgrenzen hinaus bekannt und gefürchtet zugleich. Zehn Jahre gehörte man dieser Klasse an. Danach wurde es ein bisschen ruhiger um unsere ruhmreiche Westfalia.

Laut Protokollbuch wurden noch geschlossene Silvesterfeiern abgehalten sowie Fastnachtsfeiern in Form eines Preismaskenballs. Die Liga-Reserve musste die Hälfte der Fahrtkosten zu den Spielen aus eigener Tasche bezahlen.

Inzwischen wurde auf den Jahnplatz gespielt. Schäden an der Einfriedung des Platzes wurden festgestellt und der Ermittler der Täter bekam eine Belohnung in Form einer Jahreskarte. Einmaliges unentschuldigtes Fehlen der Mitglieder zur Monatsversammlung wurde mit 0,10 Reichsmark bestraft. Dass die Kluft selbst gewaschen wurde war Selbstverständlichkeit. Am 05.01.1936 wurde die Handballabteilung integriert. 1937 wurde die Boxabteilung gegründet. Dann brach der 2. Weltkrieg aus, der Spielbetrieb wurde aber aufrecht erhalten bis Kriegsende 1945.

Nach Kriegsende wurde eine neue Gruppeneinteilung vorgenommen. Man musste sich für die Bezirksklasse qualifizieren. Dieses gelang auch und zwar auf der Viktoria Kampfbahn (heute steht dort das Knappschaftskrankenhaus) mit einem 3:2 Sieg über Schwarz-Weiß Meckinghoven mit der Mannschaft laut Bild 3.

Nachdem man sich gute Tabellenplätze in den kommenden Jahren verschafft und weiterhin jeden Montag in der Sportpresse von den „Schwarzen Husaren“ sprach, konnte man es doch nicht verhindern, dass nach Abgängen einiger Spieler ins Vertragslager der Abstieg im Spieljahr 1953/54 perfekt war. Im entscheidenden Spiel gegen Preußen Hochlarmark führte man noch zur Halbzeit 2:0, so musste man sich trotzdem mit 5:2 beugen.

Aber die Jugend rückte nach. Dank hervorragender Jugendbetreuer wie Johann Dauer, Johann Nagerski und Hannes Hartje war es der Westfalia wieder vergönnt, pünktlich zum 50. Vereinsjubiläum in die Bezirksklasse aufzusteigen. In dieser Sportwoche wurde die Vertragsmannschaft der Spvgg. Herten mit 1:0 bespielt. Im Spieljahr 1963/64 gelang der Mannschaft der langersehnte Aufstieg in die Landesliga. Leider war die Freude nach zwei weiteren Spieljahren wieder vorbei und man wurde durchgereicht bis in die Kreisliga A. aber bereits im Spieljahr 1968/69 wurde man Tabellenerster nach einem 4:0 Sieg bei der Spvgg. Herten II.

In Ausscheidungsspielen musste man sich für die Bezirksliga qualifizieren. Erleichterung nach dem Spiel gegen Westfalia Gemen 2:1 am 09.07.1968 vor 1.000 Zuschauern auf dem Jahnsportplatz mit folgenden Spielern: Bittern, Sickelmann, Recker, Prominski, Krieger, Drozniak, P. Rühl, Gribowski, Pawlowski, G. Rühl, Kalwicki, Godzina und Radtke.

Nach einem Jahr war Schluss mit der Ära Bezirksliga bis heute. Man rutsche in den 80er-Jahren zurück bis in die Kreisliga B. Schaffte 1990 noch einmal den Aufstieg in die Kreisliga A, aber sportlich gesehen ging es dann wieder bergab. Nach drei Vizemeisterschaften ist es uns nicht mehr gelungen weiterzukommen. 1994 fehlten nur noch Sekunden um Meister zu werden, aber in der 90. Minute verloren wir das Heimspiel gegen SV Westerholt mit 1:2.

Im Sommer 2004 konnte Frank Buß als Trainer für die erste Mannschaft angeheuert werden. Mit Ihm folgte Erhard Korinth als Mannschaftsbetreuer an den Jahnplatz. Mit dem 1.Vorsitzenden Frank Jonton wurde ein kompletter Neuanfang gewagt. Es wurden 15 neue Spieler verpflichtet. Der 1.Mannschaft gelang ein 3 Platz in der Kreisliga B West und die 2.Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Kreisliga B Ost.

Unter dem 1.Vorsitzenden Frank Jonton gelang es dem FC Westfalia Scherlebeck im Jahre 2005 ein nagelneues Vereinsheim zu bauen.

Am 2.Weihnachtstag 2005 schaffte es der FC Westfalia Scherlebeck zum ersten mal Hallenstadtmeister in Herten zu werden.

In der Saison 2006/07 Meisterschaft und der Aufstieg in die Kreisliga A West.

Zur Meistermannschaft 2007 gehörten folgende Spieler: Patrick König - Sebastian Machowiak - Gerhard Siepermann - Christian Bazovicar - Tobias Klopp - Christoph Schulz - Marc Besner - Björn Lamann - Markus Klopp - Mirco Buß - Ümit Yildiz - Christof Heidenreich - Dominik Griebner - Dominik Zollhofer - Andreas Friebel - Sebastian Kruse.

Geschichte SG Herten-Langenbochum

Am 14. Juni 1928 gründen Fußballbegeisterte in Langenbochum den Verein „DJK Baldur Langenbochum“.

Zwei Seniorenmannschaften und drei Jugendmannschaften nahmen unter dem 1. Vorsitzenden Engelbert Küper den Spielbetrieb auf. Johann Sankalla, der über 25 Jahre lang Hauptkassierer war, sowie Anton Spichalla, Franz Romanski, Josef Kulla, Bernhard Schellenberg und Paul Minich gehörten ebenfalls zur Vorstandsmannschaft.

1933 schloß der Verein sich dem Westdeutschen Fußballverband an und nannte sich fortan „Blau-Weiß 1928 Langenbochum“.

Die Spiele in Langenbochum fanden auf dem gefürchteten "grauen Rasen" auf dem Sportplatz an der "Villa Brinkmann" statt. Ihren Namen erhielt die Sportarena nach einem um die Jahrhundertwende errichtetes villenartiges Haus. Dieses wurde durch den Landwirt Wilhelm Brinkmann erbaut, der auch den umliegenden Wald zu einer parkähnlichen Anlage ausbaute.

Im Jahr 1914 baute er das Haus zu einer Gaststätte um und unter den schattigen Bäumen entstand eine Gartenwirtschaft. Diese Gaststätte wurde dann bis in die 70er Jahre Vereinslokal der Blau-Weißen. Heute befindet sich dort die Siedlung Lechnitzer Weg.

1939 und 1948 gelangen Aufstiege in die Bezirksliga.

1954 wurde Gerd Godejohann 1. Vorsitzender. Mit Alfons Müller als Jugendleiter wurde erstmals systematische Jugendarbeit betrieben.

Die A-Jugend wurde 1955/56 erstmals Kreismeister und spielte um die Westfalenmeisterschaft. Höhepunkt war das Spiel gegen Schalke vor 2600 Zuschauern.

Die erste Mannschaft stieg 1963 erstmals in die Landesliga auf; 2 Jahre später sogar in die Verbandsliga. Die Hertener Zeitung schrieb den bis heute oft zitierten Spruch

„In Langenbochum sind Aufstiege Tradition. Wo die Jugend ist, ist auch die Zukunft.“

Der damalige Bürgermeister Senkel versprach auf der Aufstiegsfeier den Neubau der Platzanlage; aber erst Willi Wessel löste 1982 als Bürgermeister das Versprechen ein.

1971/72 konnte der Abstieg in die Kreisliga nur knapp vermieden werden.

1971 schlossen sich die beiden Vereine „Blau-Weiß Langenbochum“ und „Concordia Langenbochum“ zur „Spielgemeinschaft Langenbochum“ unter Leitung des 1. Vorsitzenden Adolf Grotzki zusammen.

Es erfolgte der Neuaufbau der Jugend- und Seniorenmannschaften. 1978 gelang der Wiederaufstieg in die Landesliga rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum. Bis 1982 reiste man durch das Münsterland.

Nach 10 Jahren in der Bezirksliga erfolgte 1992 der Abstieg in die Kreisliga A und spielte dort ein Jahr mit der 2. Mannschaft zusammen.

1995 übernahm Günter Keiner wieder den 1, Vorsitzenden und berief Siggi Bendig als Manager.

Ehemalige Langenbochumer Jugendspieler wurden zurück an die Villa geholt mit dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga als Erfolg im Jahre 1998, in die Landesliga im Jahr 2000 und die Verbandsliga im Jahr 2002.

5 Jahre spielte man Verbandsliga, danach 5 Jahre in der Landesliga.